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Wenn die PR-Regierung an mangelhafter PR scheitert.

Man kann der türkis-grünen Koalition gewiss vieles vorwerfen. Nur eines bis vor kurzem eher nicht: eine schlechte Vermarktung der eigenen „Leistungen“. Da wurde munter inszeniert und propagiert – kein Anlass schien zu klein, um ihn nicht mit hübschen Bildern auf Instagram hochzustylen. 

Und nachdem das „Virologische Quartett“ das Land noch gut durch die erste Welle der Pandemie geführt hatte, fragt man sich seit etlichen Wochen (Monaten) immer wieder – ja, sind denn die von allen guten (PR) Geistern verlassen? 

Es begann im Herbst mit der schlecht kommunizierten Corona-Ampel. Da wurde wochenlang angekündigt und Erwartung um Erwartung geschürt. Und dann? Ein Rohrkrepierer sondergleichen. Da war nix mit einfach und transparent und leicht erklärbar. 

Die Regierung macht keinen Stich mehr

Doch getoppt werden die Kommunikationspleiten nun ausgerechnet rund um das wichtigste Instrument im Kampf gegen die Pandemie – die Impfung. Begann alles noch ganz üblich mit unvermeidlichen Bildern von Kanzler und Gesundheitsminister neben den ersten geimpften Senioren, nahm das Desaster dann seinen Lauf. 

Anstatt zu impfen, startet die Regierung offenbar den feiertäglichen Winterschlaf und ruhte sanft auf vollen Kühlregalen. Als sich erste Fragen erhoben, warum denn nicht mit Hochdruck geimpft wird, warf Herr Anschober erst mal seine Sektionschefin dem ZIB-Wolf zum Fraß vor. Nur um am nächsten Tag dann von einer Pilotphase zu erzählen, von der offenbar nicht nur seine Sektionschefin noch nie gehört hatte. Und zu allem Überdruß gab´s auch noch einen Anpfiff vom Kanzler. Und jetzt wird dann wohl endlich mal – im Rahmen der Möglichkeiten – geimpft. 

Wo bleibt die Informations-Offensive?

Und man fragt sich – gerade bei dieser Regierung: Wo sind denn jetzt die bitter nötigen Informationen – und Inszenierungen? Man hätte gerade von den Türkisgrünen doch erwarten können, dass gleich mal der betagte Herr Bundespräsident und auch sein Vorgänger medienwirksam geimpft werden. (Natürlich freiwillig – aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich bei den zwei klugen Herren um „Impfgegner“ handelt.) Ebenso wie andere prominente, ältere ÖsterreicherInnen aus Kunst, Kultur, Sport, Wissenschaft und Medien. Kurzum: Vorbilder aus allen Bereichen. 

Das kann man natürlich auch „billige Show“ nennen – aber ich kann mir trotzdem gut vorstellen, dass es einem gewissen Prozentsatz der heute noch skeptischen Landsleute durchaus als Vorbild dienen würde. Nach dem Motto „Naja, wenn sogar die das machen, dann wird das ja alles nicht so gefährlich sein … “

Und das Ganze müsste natürlich begleitet werden von umfassender Information. Zur besten Sendezeit im Öffentlich rechtlichen Rundfunk und allen Online-Kanälen. Es sind ja im Prinzip nicht mehr als 4 oder 5 Fragen, die die Menschen rund um die Impfung beschäftigen. 

Warum ging das so schnell? Was weiß man über Langzeitfolgen? Kann das überhaupt alles sicher sein? Was hat mRNA mit meiner DNA zu tun? Und kann ich nach einer Impfung weiter ein Überträger sein? Holt euch ModeratorInnen, die in der Breite gut ankommen – von Frau Russwurm bis hin zum Herrn Assinger und lasst sie diese Fragen jeweils ab 20.15 zwei Stunden lang mit Top-Medizinern besprechen. Das hilft garantiert mit, weitere Zweifel zu beseitigen. 

Denn die Menschen wollen Fragen stellen können, oder zumindest, dass ein Mensch, dem sie vertrauen, ihre Fragen stellt und darauf Antworten bekommt. Es geht – dann vor allem online – um einen Dialog und nicht darum, den Leuten ausschließlich frontal gestaltete Werbebanner mit plakativen Werbebotschaften vorzusetzen. Emotionale Werbemittel sollen Menschen zum Informations-Dialog hinführen – und diesen nicht ersetzen.

Und das wäre so wichtig. Denn allen kann man es sowieso nie recht machen – und es geht auch gar nicht darum, auch noch den letzten Impfgegner vom Baum zu holen.  

Dialog statt Parolen

Es geht um einen Sieg gegen die Pandemie und die Rückkehr zu unserer Freiheit. Aber die türkisgrünen PR-Profis scheinen sich lieber in „Rein- und Raustesten-Grabenkriegen“ zu ergehen und darauf zu warten, dass „querdenkende“ Covidioten mit völlig abstrusen und gemeingefährlichen Lügen hierzulande Meinung machen und Botschaften setzen. 

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