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Ich liebe den Donaukanal

Als wir vor etlichen Jahren in den Zweiten zogen, war am Donaukanal genau NIX, NULL, NADA. Keine Gastronomie. Einfach nur ein Weg am Wasser und viele Graffitis. Und seit dieser Zeit ist er meine liebste Auslaufzone, egal ob zum Spazieren oder eine ganze Weile auch zum morgendlichen Laufen ein paar Mal die Woche.

Dann kamen die ersten alternativen Hütten und man konnte sehr fein am Abend ein Bier trinken. Und das machten lange Zeit auch eher wenige Leute, vor allem Anrainer. Und so liebte ich den Kanal am Morgen und am Abend.

Ich vermisse den Donaukanal

Vor einigen Jahren kam der Sand, kamen die Strände, kamen die Strandbars und die Gastronomie wurde „professioneller“. Und noch immer liebte ich das Laufen am Morgen und ein gelegentliches Bier am Abend.

Vor wenigen Jahren kam dann endgültig die künstliche, seelenlose 0815 Plastik-Gastronomie an den Kanal. Burger und Pasta und Bier und sonstwas, was 24-Jährige halt offensichtlich wollen. Die Lokale platzen bald aus aus allen Nähten – vor den Lokalen saß am Ufer dann die „Generation Bierdose“ und machte sich eine gute Zeit. Und es geht nach der Pandemie ungebremst weiter, noch viel mehr künstliche, seelenlose 0815 Plastik-Gastronomie erobert den Donaukanal. Bald wird es hier wohl so aussehen wie vor Jahren auf der berüchtigten Donauinsel – Stichwort Copa Cagrana. Billiger Plastikmüll, der sich „Gastronomie“ nennt. Aber, Gott, es scheint ökonomisch zu funktionieren, die Zielgruppe, auf die man wohl zielte, stürmt allabendlich den Kanal. Und die Kunden haben ja immer recht.

Für mich hat der Donaukanal damit leider ein großes Stück Seele verloren. Und darum besuche ich ihn auch nur mehr antizyklisch. Wenn abends der Bär steppt, meide ich ihn wie Teufel Weihwasser. Und genieße dafür die Ruhe am Morgen und am Vormittag umso mehr. Denn dann ist außer den Müllbergen der Vornacht, den emsigen Männern der MA48 und einigen Läufern niemand zu sehen. Und dann ist der Kanal immer noch schön.

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